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8.
Zusammenfassung
Es gibt viele Versuche zu erklären,
was den Absinth so beliebt und gleichzeitig so verteufelt gemacht,
und was ihn zu einem Mythos gemacht hat. Sei es nun der besondere
Absinthrausch, hervorgerufen durch das Neurotoxin Thujon; der Mythos
der Grünen Fee, die angeblich erscheinen soll; die zahlreichen
kuriosen Geschichten rund um die Absintheure oder einfach nur die
Sonderstellung des Absinths, als einzige im speziellen verbotene
Spirituose. Aber es häufen sich nicht nur die Spekulationen, sondern
auch medizinische Versuche um die Wirkung dieses einzigartigen
Getränks zu erklären. Laufend werden neue Theorien über Herkunft,
Werdegang und Fall des grünen Schnapses entwickelt; sogenannte
Absinthexperten häufen sich und Neuunternehmer rund um
Absinthproduktion und –vertrieb schießen seit dem Jahr 1999 förmlich
aus dem Boden.
Es ist aber keinesfalls
auszuschließen, dass das Wiedererlangen der Monopolstellung in
Frankreich seitens der Weinindustrie eine große Rolle bezüglich der
Verteufelung und des anschließenden Verbotes des Absinths gespielt
hat. Der Grund dafür liegt auf der Hand: eine Flasche Absinth war im
Frankreich des Fin de Siècle billiger als heute ⅛ Liter Wein, zudem
war die Weinindustrie zusätzlich durch die große Reblauskatastrophe
geschwächt und nicht zuletzt das Absinthritual führte zu einer immer
größer werdenden Beliebtheit der Grünen Fee.
Horrorgeschichten über die fatale
Wirkung des Getränks von Wahn bis hin zum Mord waren schon immer im
Umlauf und der „Absinthmord“ in Lausanne, bei dem die Relation von
4cl Absinth im Zusammenhang mit 5 Litern Wein und mindestens einem
halben Liter Schnaps scheinbar absichtlich außer Acht gelassen
wurde, lieferte den abschließenden Skandal.
Aus dieser Sicht würde es auch nahe
liegen, dass jeglicher Mythos rund um die Grüne Fee bloß erfunden
war um Absinth vom Markt verdrängen zu können. Dies alles lässt sich
aber heute, nach fast 100 Jahren, nicht mehr nachvollziehen und so
wird die Absinth wohl auch immer ein Mythos bleiben.
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