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2.6.2.
Psychoaktive Pflanzen im
Alkohol
Einer der
Hauptinhaltsstoffe von Absinth ist das Neurotoxin Thujon, welches
das Wermutkraut zu einer psychoaktiven Pflanze macht. Psychoaktiv
ist die Bezeichnung für alle Stoffe, die eine Wirkung auf das
zentrale Nervensystem haben. Dazu gehören Alkohol, Drogen, eine
ganze Reihe von Medikamenten, als auch einige Bestandteile von
Pflanzen. Halluzinogene ist eine weitere, wenn auch schon etwas
veraltete Bezeichnung für eine Gruppe von Stoffen, deren Einnahme
das Bewusstsein qualitativ verändert. Dazu gehören viele pflanzliche
Drogen wie Cannabis, Pilze, Kakteen und Bilsenkraut, sowie eine
Reihe von chemischen Substanzen wie LSD, Schnüffelstoffe und
Lachgas. Der durch Halluzinogene erzeugte Rausch ist geprägt von
Halluzinationen, Vermischung der Sinnesqualitäten, Störungen des
Zeitempfindens und Störungen des Gedankenflusses mit leichter
Ablenkbarkeit. Dazu gehören auch Megahalluzinogene, ein vorrangig in
der Szene verwendeter Ausdruck für Drogen, deren halluzinogene
Wirkung so stark und langanhaltend ist, dass der Rausch kaum
kontrollierbar ist. Dazu gehören DOM, Stechapfel, Atropin und Liquid
Ecstasy.
Psychopharmaka ist
der medizinische Fachausdruck für alle Medikamente deren Wirkungsort
das Gehirn ist. Dazu gehören Neuroleptika, Tranquilizer,
Antidepressiva und Schlafmittel. Des Weiteren gibt es pflanzliche
Psychopharmaka, wobei es sich um Medikamente handelt, die vor allem
gegen Angst, innere Unruhen sowie Depression eingesetzt werden. Sie
haben meist kein Suchtpotential und sind daher für die medikamentöse
Behandlung von Menschen mit Suchterkrankungen gut geeignet.
Allerdings ist zu beachten dass Psychopharmaka manchmal in Alkohol
gelöst sind, da der Alkohol hier als Träger der Stoffe fungiert, die
durch die Wirkung des Alkohols schneller ins Blut gelangen können.
Die Pflanzen in
denen sich am häufigsten eine psychoaktive Wirkung nachweisen lässt
gehören zur Gattung der Nachtschattengewächse, welche weltweit mit
vielen tausend Arten verbreitet ist. Zu den Nachtschattengewächsen
gehören Kulturpflanzen wie die Kartoffel, Tomate, Paprika und
Zucchini, aber auch Zierpflanzen wie die Petunie. Viele der
pflanzlichen Drogen gehören ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen,
so zum Beispiel Tabak, Tollkirsche, Alraune, Stechapfel und
Bilsenkraut.
Alraune
(Mandragora officinarium)
Die Alraune, ein Nachtschattengewächs,
ist wohl eine der bekanntesten und mystifiziertesten der sogenannten
Hexenpflanzen, die als solche über viele Jahrhunderte lang eine
große Bedeutung im europäischen und asiatischen Kulturkreis hatte.
Bis heute sind weder alle
Inhaltsstoffe geklärt noch konnte ihre Wirkung bestätigt werden,
jedoch liegen auch keinerlei Berichte über Fehldosierungen oder
negativen Folgen nach der Einnahme vor. Auch bei Einnahme größerer
Mengen fand man keine Folgeschäden, die bei Nachtschattengewächsen
ansonsten fast immer eintreten.
Die Alraune ging mit vielen
verschiedenen Namen in die Geschichte ein. Alraunmännchen,
Drachenpuppe, Henkerswurzel, Hundsapfel, Liebeskraut,
Menschenwurzel, Dämonenapfel oder Zauberwurz waren nur wenige davon.
Mindestens so viele Eigenschaften wie Namen wurden ihr zugeschrieben
und machten sie zu einer sagenumwobenen Zauberpflanze, die sie bis
heute ist. Der Name Alraune kommt vermutlich von Alrun - dem Wissen
um alle Runen, denn die alte germanische Bedeutung lautet „Der alle
Runen kennt“ bzw. „Der Allwissende“
Kaum zu einer andern Pflanze liegen so
viele Schriften aus den verschiedensten Kulturkreisen vor. Eine der
ältesten Aufzeichnungen über die Alraune ist eine assyrische Tafel
mit Keilschrift über „Nam-Tar-Gira“. Schon die
Assyrer kannten die psychoaktive Wirkung der Alraune und setzten
Auszüge der Pflanze Wein zu, diesen nannten sie nach der
pupillenerweiternden Wirkung der Alraune „Rindsauge“. Die Alraune
wird auch als Heilmittel eingesetzt, so als Narkosemittel vor
Operationen (bei Plinius dem Älteren, bei dem auch schon das
Wermutkraut in seiner Enzyclopedia Naturalis auftaucht), gegen
Schmerzen, Magenbeschwerden, Depressionen, Hautkrankheiten,
Hämorrhoiden, Augenentzündungen, Unterleibsbeschwerden, Impotenz,
Würmer und Schlangenbisse.
Schon damals verwendete man die
Alraune um hellseherische Fähigkeiten zu verstärken. Viele
Aphrodisiaka enthalten die Wurzeln der Alraune und es sind einige
Rezepte davon überliefert in denen die Wurzel, in Wein oder Schnaps
eingelegt, Verwendung findet.
Ihre Wirkungsweise ist leicht halluzinogen, euphorisierend und
aphrodisierend.
Die Blätter und
Wurzeln der Alraune enthalten eine Reihe von halluzinogen wirkenden
Alkaloiden wie Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin und Mandragorin.
Der Rausch zeichnet
sich durch Euphorie und leichte optische Halluzinationen aus, kann
aber vor allem im Abklingen schlafanstoßend wirken. Des Weiteren
klagen Konsumenten über Mundtrockenheit, Schwindelgefühl und
Übelkeit. Das Abgleiten in psychotische Zustände ist möglich, die
Lust auf Sex wird erhöht.
Bilsenkraut (Hyoscyamus
niger, Hyoscyamos albus, Hyoscyamos muticus)
Das Bilsenkraut
spielt in Europa, Nordafrika und Asien seit Jahrhunderten eine
wichtige Rolle als Heilmittel und Droge, in der Antike war es das am
weitesten verbreitete Heilkraut. Anscheinend kannte man die Wirkung
des Bilsenkrauts schon im Paleolithikum. Die alten Ägypter kannten
es ebenso wie die Römer und Griechen, wahrscheinlich ist Bilsenkraut
identisch mit dem von Homer beschriebenen Heilkraut Nepenthes. Schon
die Assyrer setzten Bier Bilsenkraut zu um sich zu berauschen. Bis
1516 war Bilsenkraut auch in Deutschland ein beliebter Bierzusatz,
bis er vom „Deutschen Reinheitsgebot“ verboten wurde. Die Einnahme
von Bilsenkraut kann angeblich zu Wahnsinn, Raserei und Tod führen,
so vergifteten zum Beispiel die Gallier ihre Pfeilspitzen damit.
Bilsenkraut wurde schon bei den Hippokratikern als Heilmittel gegen
Fieber, Tetanus und Unterleibsbeschwerden eingesetzt. Die
Wirkstoffe, soweit bekannt, sind Hyoscyamin und Scopolamin.
Zur Zeit des
30jährigen Krieges, der Hexenverfolgung in Europa und dem
ausgehenden 16. Jahrhunderts war das Anreichern von Alkohol mit
psychoaktiven Pflanzen um die ohnehin schon betäubende Wirkung des
Alkohols noch zu steigern, sehr weit verbreitet.
Bilsenkraut war
außerdem ein wichtiger Bestandteil der Hexensalbe, auf die aber in
diesem Kapitel noch etwas näher eingegangen werden soll. Während des
30jährigen Kriegs (1618 – 1648) war außerdem Korn und Weizen so
knapp, dass es beinahe mit Gold aufgewogen wurde. Arme Leute und
somit ein Großteil der Bevölkerung aßen Brot das im höchsten Grade
giftig und psychoaktiv war, da es nur zu einem sehr geringen Teil
aus Weizen und hauptsächlich aus Bilsenkraut, Schlafmohn und
sonstigen in Feldnähe auffindbaren Pflanzen bestand.
Eine weitere
Bezeichnung für das Bilsenkraut, welches man früher auch dem Bier
beisetzte, ist „Pilsenkraut“. Daher stammt auch der heute noch
gebräuchliche Name Pils, obwohl das deutsche Reinheitsgebot den
Zusatz von Bilsenkraut seit langem verbietet.
Cannabis
(Cannabis sativa)
Auszüge der
Cannabispflanze werden auch manchmal Alkohol zugesetzt; so gibt es
heute zum Beispiel Hanfbier oder Cannabiswodka. Ob sich dadurch eine
verstärkte Wirkung des Tetrahydrocannabinol erzielen lässt, ist
umstritten. Auch soll hier nicht auf die Cannabispflanze im
Speziellen eingegangen werden, da dieses Kapitel zu umfassend wäre.
Datura (Datura
metel)
Datura ist ein
Nachtschattengewächs, dessen halluzinogene Wirkung seit
Jahrtausenden bekannt ist. Der Ursprung ist wahrscheinlich
Nordindien wo die Pflanze „Shivas Plant“ heißt. Die Datura-Samen
werden zerrieben und alkoholischen Getränken oder Cannabispfeifen
beigemengt. Die Wirkstoffe sind Hyoscyamin und Scopolamin.
Fliegenpilz (Amanita
muscaria)
Der Fliegenpilz,
eine lang bekannte Droge, ist vermutlich mit der geheimnisvollen
Droge „Soma“ identisch. Er spielte wahrscheinlich im eurasischen
Raum bei schamanistischen Ritualen eine große Rolle. Der Pilz wird
roh gepresst oder als Sud ausgepresst. Auch die Einnahme von in
Alkohol eingelegten Pilzen war gängig.
Die enthaltenen
Wirkstoffe sind Muscimol, Muscazon und Ibotensäure. Der Rausch ist
vor allem durch optische Halluzinationen geprägt und eher
unangenehm. Es treten Verwirrtheit, Angstzustände, Herzrasen bis zum
Herzstillstand, Atemlähmungen bis zum Tod und Leberschäden auf.
Hexensalbe
Die Hexensalbe,
auch Flugsalbe genannt, beflügelt die Phantasie der Menschen seit
Jahrtausenden, da sie den Hexen und anderen Menschen angeblich
ermöglichte zu fliegen. Homer erwähnte sie erstmals in der Ilias II,
XIV. Die Zusammensetzung der Hexensalbe aus der Antike ist leider
nicht überliefert, es ist aber davon auszugehen, dass sie
verschiedene Halluzinogene enthielt. Der dadurch ausgelöste Rausch
suggerierte die Empfindung fliegen zu können (ähnliche
Beschreibungen finden sich auch in den Schilderungen von
Rauschzuständen durch Halluzinogene der Neuzeit).
Zudem sollen es
Hexensalben erlauben, sich in Tiere wie Wölfe (Werwölfe) oder Eulen
zu verwandeln. Wahrscheinlich enthielten Hexensalben als
Hauptbestandteile Bilsenkraut, Alraune, Schierling, Tollkirsche und
andere Nachtschattengewächse. Ein weiterer Zusatz soll Schlafmohn
gewesen sein, woher wahrscheinlich der auch für Hexensalbe
gebräuchliche Name Schlafsalbe kommt. Paracelsus berichtet, dass die
Hexen auch das gekochte Fleisch von Neugeborenen den Salben
zusetzen, was aber wohl eher auf den, mit der damaligen
großangelegten Hexenverfolgung verbundenen Irrglauben zurückzuführen
ist. In Hexenprozessen wurde fast immer als Punkt der Anklage
aufgeführt, dass Hexensalben Bestandteile kleiner Kinder, z.B.
Kinderfett enthalte. Heute glaubt man aber eher, dass das für die
Salbe verwendete Fett, zwar menschlich war, aber sozusagen legal
erworben war, da zu dieser Zeit Hinrichtungen an der Tagesordnung
waren und die Henker das gewonnene Menschenfett verkauften. Dieses
Fett hatte vor allem den Vorteil, dass die Salbe schneller zu wirken
begann, da die psychoaktiven Bestandteile dadurch besser über die
Haut aufgenommen werden konnten. Die Hexensalbe wurde von vielerlei
Leuten vor allem im 17. Jahrhundert hergestellt, sei es nun um sich
vor Hexen zu schützen, oder um durch den Zusatz der psychoaktiven
Wirkstoffe für ein paar Stunden dem elenden Leben zu entfliehen.
Hopfen (Humulus
lupulus)
Der Hopfen ist eng
mit Cannabis verwandt und seit langem ein wichtiger Bestandteil von
Bier. Hopfen wirkt angstlösend, schlafanstoßend und potenzmindernd
und findet sich in manchen pflanzlichen Beruhigungsmitteln. Er
unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz.
Kokastrauch (Erythroxylum
coca)
Der Kokastrauch,
ein Rotholzgewächs, dient als Ausgangsstoff für Koka und Kokain. Die
ältesten nachgewiesenen Spuren des Kokastrauches lassen sich bis
3000 v. Chr. zurückverfolgen. Postboten der Inkazeit kauten Koka, um
lange Wegstrecken zurücklegen zu können. Der Gebrauch findet durch
das Kauen von mit Pflanzenasche versetzten, getrockneten
Kokablättern, Koka genannt, statt. Auch das gemeinsame Kauen mit
Tabakblättern war früher verbreitet, spielt heute aber keine Rolle
mehr. Der Kokastrauch gehört zu den Storchschnabelgewächsen, stammt
ursprünglich aus den Nordhängen der Anden von Peru bis Kolumbien,
wird heute aber auch in weiten Teilen Asiens uns Südostasiens
angebaut. Koka vermindert den Hunger, hebt die Stimmung, erhöht die
Wachheit und unterdrückt Schmerzen, außerdem enthalten Cocablätter
einige wichtige Vitamine. Jedoch ruft Koka Geschwüre in Mund und
Magen hervor und verengt die Gefäße der Mundschleimhaut. Aus den
Blättern des Kokastrauches wird Kokain gewonnen.
Der korsische
Apotheker Angelo Mariani brachte 1863 einen mit Koka versetzten Wein
auf den Markt, der von dem damaligen Papst Leo XIII sogar mit einer
Goldmedaille prämiert wurde. Auf den sogenannten „Vin Mariani“, der
sich ebenso großer Beliebtheit wie der Absinth erfreute wird aber
noch im gleichnamigen Kapitel näher eingegangen werden.
Laudanum
Laudanum, auch
Tinctura opii genannt, wurde im 16. Jahrhundert wahrscheinlich von
Paracelsus entwickelt. Es wurde vor allem bei Magen-Darm-Krämpfen
verschrieben, fand aber bald in großem Maße auch bei anderen Leiden
Anwendung. Aufgrund des hohen Suchtpotentials wurden viele Menschen
abhängig, prominente Opfer waren Goethe, E. T. A. Hoffman und Edgar
Allan Poe. Laudanum ist eine Mischung aus dem Hauptwirkstoff Opium,
Safran, welcher in hohen Dosen tödlich wirken kann, Zimt,
Nelkenpulver und Wein
Stechapfel(
Datura stramonium)
Der Stechapfel ist
ein Nachtschattengewächs und ruft einen von Halluzinationen
geprägten Rausch hervor. Wirkstoffe sind vor allem Atropin,
Hyoscyamin und Scolopamin. Der Stechapfel war wichtiger Bestandteil
der Hexenkunst in Europa, spielt aber auch in Nordamerika seit
langem eine Rolle als Rauschmittel bei den Eingeborenen. Bis Anfang
des 20. Jahrhunderts wurde es auch mit Tabak vermischt als
Asthmamittel genutzt. Die Anwendung geschieht durch das Rauchen
getrockneter Blätter. Früher war es auch üblich Pflanzenbestandteile
des Stechapfels Bier oder Wein zuzusetzen. Rauschzustände werden
überwiegend als unangenehm empfunden, Nebenwirkungen sind
Mundtrockenheit, Schwindel, Blutdruckkrisen, Herzrhythmusstörungen,
Fieber, Schlaflosigkeit, Angstzustände bis hin zu Wahnvorstellungen
und Psychose. Tödliche Vergiftungen sind möglich.
Tollkirsche (Atropa
belladonna)
Die ursprünglich in
Europa beheimatete Tollkirsche ist ebenfalls ein
Nachtschattengewächs. Wirkstoffe sind Atropin, Hyoscyamin und
Scolopamin. Die Tollkirsche spielte im Mittelalter eine wichtige
Rolle bei der Herstellung des Hexentranks. Schon die Griechen
versetzten Wein gelegentlich mit dem Saft der Tollkirsche, Frauen
benutzen die Pflanze über Jahrhunderte hinweg als Kosmetikum, um
ihre Pupillen zu erweitern, daher der Name „Belladonna“. Heute ist
die Tollkirsche als Kulturfolger auch in Indien und Nordamerika zu
finden. Wie der deutsche Name schon sagt kann die Einnahme der
Pflanze zu Geisteskrankheiten, früher Tollheit genannt, führen. Die
Schotten nützen dies 1035 nach Christus, indem sie das Essen ihrer
Kriegsgegner, den Norwegern unter König Sven Knut, mit Tollkirsche
vergifteten, um sie dann leichter überwältigen zu können. Atropin
spielt in der Anästhesie und in der Notfallmedizin eine große Rolle.
Da Atropin auch halluzinogen wirkt, wird es gelegentlich in der
Drogenszene als Rauschmittel missbraucht, die Tollkirsche spielt
aber heute als Rauschgift keine Rolle mehr.
Psychoaktive
Wirkstoffe
Hyoscyamin:
Halluzinogen, welches in vielen Nachtschattengewächsen wie z.B. im
Stechapfel und Bilsenkraut enthalten ist.
Atropin:
Gift der Tollkirsche, des Stechapfels und anderer
Nachtschattengewächse. Atropin blockiert die Wirkung von
Acetylcholin in den Verbindungsstellen zwischen den Nerven und wirkt
auf das vegetative Nervensystem ähnlich wie ein Stimulantium.
Heftige Nebenwirkungen mit erheblichem Risiko wie Tobsuchtsanfälle,
Verwirrtheit, Herzrhythmusstörungen, Wärmestau, Unruhe,
Halluzinationen, Angstzustände, Sehstörungen Mundtrockenheit,
Herzrasen, Koma sowie vereinzelt psychotische Episoden sind häufig,
der Tod kann durch Herzstillstand und Atemlähmung eintreten. Die
Anwendung sollte daher Narkoseärzten vorbehalten werden
Scolopamin:
Halluzinogen wirkendes Alkaloid das in einer Reihe von psychoaktiven
Pflanzen wie z.B. Tollkirsche, Datura und Stechapfel vorkommt. Es
wurde 1888 erstmals von E. Schmidt isoliert und ist ein hochpotentes
Halluzinogen. Es bewirkt Halluzinationen und eine Auflösung des
Zeitempfindens, die sich in psychoseähnliche Zustände steigern
können, Angstzustände und Unruhe können hinzukommen. Des Weiteren
kommt es zu Mundtrockenheit, Seh-, Gleichgewichts- und im
schlimmsten Fall auch zu Herzrhythmusstörungen und komatösen
Zuständen. Ab einer Dosis von 50mg sind tödliche Komplikationen
häufig, eine körperliche Abhängigkeit wird nicht erzeugt, psychische
Abhängigkeit ist wegen der heftigen Nebenwirkungen selten.
Scopoletin:
Kommt in zahlreichen Pflanzen wie z.B. der Tollkirsche vor und hat
wahrscheinlich eine eher geringfügige halluzinogene Wirkung.
Muscarin:
Halluzinogen wirkendes Alkaloid,welches aus dem Fliegenpilz gewonnen
wird.
Ibotensäure:
In Fliegenpilzen und anderen Pilzen enthaltenes Halluzinogen,
welches auch synthetisch hergestellt werden kann.
Alkaloide:
Alkalisch reagierende Gruppe von chemischen Verbindungen, die in
vielen Pflanzen vorkommen und oft Rauschwirkungen haben. Alkaloide
finden sich z.B. in Alraune, Koka, Tabak und Tollkirsche.
Psilocin:
Halluzinogen und wahrscheinlich auch Abbauprodukt von Psilocybin, es
kommt in Teonanacatl und anderen Pilzen vor.
Psilocybin:
Psychoaktiver Wirkstoff der sogenannten Zauberpilze (Magic Mushrooms).
Stramonium:
Halluzinogen wirksames Alkaloid, welches z.B. in Stechapfel und in
der Tollkirsche vorkommt. Schon relativ geringe Dosen des Giftes
können zum Tod führen.
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