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7.3.2.
Pontarlier
7.3.2.1.
Beschreibung der Region
Die Region der Franche-Comté ist im
Osten Frankreichs zwischen Burgund und der französischen Grenze
gelegen. Sie ist bekannt für ihre landschaftliche Vielfalt und
beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, aber vor allem für das kluge
Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung mit soliden
Industrien und der Bewahrung der intakten natürlichen Umwelt.
Geschichte
Als die Römer einst in das Gebiet der
späteren Region Franche-Comté eindrangen, war noch das ganze Land
mit Wald bedeckt. Die Wörter „Jura“ und auch der Name des Symbols
von Pontarlier, die Jahrtausendealte Festung „Joux“ gehen auf das
spätlateinische Wort für Wald „juria“ zurück. Die Geschichte hat aus
dieser Region so bedeutende Namen, wie die des Revolutionsführers
Mirabeau, des Romanciers Marcel Aymé oder der Brüder Lumière, der
Erfinder des Films, aufzuweisen.
Landschaft
Die Vielfalt der Natur der
Franche-Comté zeichnet sich vor allem durch Schluchten und
Erosionstäler aus, aber auch Wasserfälle, Wildbäche, die Quelle des
Flusses Lison und die Doubs machen diese 16.202km² große Region zu
einem Paradies für Wassersportarten.
Die Franche-Comté ist vor allem ein
Land der Ebenen und Hochplateaus, die höchste Erhebung ist der
Péla-Felsen mit kaum 1.500 Metern Höhe. Der Waldbestand der Region,
in deren vier Départements Doubs, Jura, Haute-Saône und
Territoire-de-Belfort insgesamt 1.111.080 Einwohner leben, macht
heute mehr als 40% der Gesamtfläche aus und die Holzindustrie ist
die viertgrößte Industriebranche der Region. Die Bevölkerung holte
früher alles was sie brauchte aus dem Wald, sogar der Tannewein „Vin
de Sapin“ besteht neben Zucker und Roggen vor allem aus Reisig. Dies
prägte auch die mittelalterlichen „Fruchtgenossenschaften“;
bäuerliche Korporationen die berühmte Käsesorten wie Comté, Vacherin,
Bleu de Gex oder Morbier erfanden oder verbreiteten. Diese
Käsesorten gehören zusammen mit dem Jura-Wein und dem berühmten
Jungwein zu den Botschaftern der regionalen Küche.
Das Paradies der nordischen Skiläufer
in Frankreich befindet sich in Les Rousses, bestehend aus 220 km
Loipen, darunter die berühmte 76 km-Loipe Lamoura-Mouthe, auf der
traditionell am dritten Sonntag im Februar der beliebte Volkslauf „Transjurassienne“
mit 3.500 Teilnehmern statt. Auch die Wanderer kommen überall in der
Region Franche-Comté auf ihre Rechnung, so gibt es zahlreiche
Wanderwege auf sanften Steigungen mit vielen Naturschönheiten wie
Seen und Wasserfälle und bedeutende Bauwerke wie Schlösser, Klöster
und Museen. Unter den regelmäßig stattfindenden
Freilichtveranstaltungen seien noch die Schlittenhunderennen in
Mouthe und Les Fourgs erwähnt, die internationalen Ballonbewerbe in
Belfort, die Rinder- und Pferdeausstellungen in Maîche, die
Geländeradrennen von Nantua und der Wildwasserpaddelbewerb in
Goumois. Ebenso viele Besucher finden sich bei den zahlreichen
Weinbauernfesten mit Tradition ein. Das Weinfest von Champlitte etwa
fällt schon seit der Regierung des minderjährigen Ludwig XV. im 18.
Jahrhundert stets auf den St.Vincenz-Tag am 22. Januar.
Städte
Die Region der Franche-Comté zeichner
sich auch durch ein Reichtum an kleinen Städten die alle ihre eigene
Besonderheit haben aus. Besançon, die Hauptstadt der Region mit
120.000 Einwohnern ist durchflossen von der Doubs und hat einen
weltweiten Ruf als Kulturhauptstadt. Die Stadt beherbergt fünf
Museen, darunter das Musée des Beaux-Arts, das nun in die Kornhalle
Karls X. übersiedelt ist. Hier findet man einen repräsentativen
Querschnitt der bildenden Kunst Europas von der italienischen
Renaissance, wie Bronzino oder Tintoretto, bis zu den französischen
Impressionisten wie Auguste Renoir.
Belfort, die drittgrößte Stadt mit
78.000 Einwohnern bietet als Hauptattraktion ein Kolossendenkmal
eines Löwen, erschaffen vom französischen Bildhauers Bartholdi, der
auch die New Yorker Freiheitsstatue schuf.
Auch die „Idealstadt“ Arc-et-Senans,
die ihr Entstehen dem Plan der industriellen Steinsalznutzung
verdankt, ist einen Besuch wert. Dieses, für das
Aufklärungsjahrhundert typische Projekt gab dem Architekten Claude
Nicolas Ledoux Gelegenheit, in der grünen Ebene des Loue-Tals seine
großzügigen Ideen eines neuen sozialen Zusammenlebens und seine
hochfliegenden architektonischen Visionen zu verwirklichen. Von den
mehr als hundert Bauten, die diese Salinenstadt zählen sollte,
wurden nur rund zehn fertiggestellt, aber der Gesamtplan wurde
konkret dokumentiert und man kann sich an Ort und Stelle ein Bild
davon machen, wie das fertige Projekt ausgesehen hätte.
Wirtschaft
Die Region Franche-Comté ist zugleich
führende französische Industrieregion und „grüne“ Landschaft. Hier
hat man verstanden, traditionelle Produktionszweige der
Herausforderung neuer Technologien und des internationalen
Wettbewerbs anzupassen.
Die Palette wirtschaftlicher
Aktivitäten ist breit gefächert; sie reicht von der Fortführung und
Perfektionierung traditioneller Wirtschaftszweige, wie
Forstwirtschaft, Uhrenherstellung (85 % der französischen
Uhrenproduktion ist hier zu Hause) oder dem Weinbau (86.000
Hektoliter im Jahr, darunter unverwechselbare Tropfen wie der Vin
d'Arbois), bis zur Nutzung der neuesten Entwicklungen in Elektronik
und Bürotechnik. Die Wirtschaft dieser Region besteht vor allem aus
Klein- und Mittelbetrieben: Nicht weniger als 67.000 Betriebe haben
hier ihren Sitz; davon beschäftigen nur 1.300 mehr als 10
Mitarbeiter. Die wenigen Großbetriebe (mit mehr als 500
Arbeitnehmern) finden sich vor allem im Nordosten der Region
(Peugeot-Automobilherstellung, GEC Alsthom, Peugeot-
Motorradproduktion). Rund 15.000 landwirtschaftliche Betriebe widmen
sich vor allem der Milchproduktion, sowie der Erzeugung von
Milchprodukten. Die von der berufstätigen Bevölkerung finden sich 5%
im Wirtschaftszweig Landwirtschaft, 31% in der Industrie, 5,9% in
der Bauwirtschaft und 58,1% entfallen auf den Dienstleistungssektor.
Die Region Franche-Comté hat eine 200
km lange Grenze zur Schweiz. In den 80er Jahren hat die
grenzüberschreitende Wirtschaftstätigkeit dank der qualifizierten
Fachkräfte des Franche-Comté beträchtlich zugenommen. Aufgrund
dieser natürlichen Öffnung zum Ausland gehört die Region nun auch zu
den am stärksten exportorientierten Gebieten Frankreichs. Die
Uhrenerzeugung (Clyda, Emile Péguinet, Saint-Honoré) hat ihre
Exporte in zehn Jahren verdoppelt, drei Viertel der Exporte gehen in
die Länder der Europäischen Union.
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