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5.2.3.
Paul Gaugin (1848 –
1903)
Paul Gaugin wurde 7. Juni 1848 in
Paris geboren, wuchs aber in Lima, Peru auf. Er war lange Jahre im
Seedienst und später im Börsenberuf tätig, den er ohne Rücksicht auf
persönliche Sicherheit und Familie aufgab, um als Maler ein
ruheloses Dasein zwischen Paris und der Bretagne, zwischen Panama
und den Antillen zu führen. Er ließ also im Alter von 35 Jahren
seine Karriere als Börsenmakler hinter sich, um seine Zeit der Kunst
zu widmen.
Er schloss sich den Impressionisten an
und zog 1888 in Paris in eine Wohngemeinschaft mit Vincent van Gogh,
mit dem er vorher schon in Arles zusammengearbeitet hatte. Van Gogh
war jedoch als Mitbewohner die Hölle, wie Gaugins Tagebuch zeigt:
„Er bestellte einen leichten Absinth. Plötzlich schleuderte er mir
das Glas samt Inhalt ins Gesicht. Ich duckte mich und bekam ihn zu
fassen ... ein paar Minuten später lag Vincent in seinem Bett... und
war bis zum Morgen nicht wachzukriegen. Als er aufwachte, war er
völlig ruhig und sagte zu mir: Mein lieber Gaugin, ich kann mich
dunkel erinnern, dass ich dich vergangene Nacht beleidigt habe.“
Drei Tage später, am Weihnachtsabend, rannte Van Gogh mit einem
Rasiermesser in der Hand hinter Gaugin her, bis dieser ihn „mit
starrem Blick zum Halten zwang“. In dieser Nacht schnitt van
Gogh sich ein Ohr ab. Gaugin beendete darauf die Freundschaft mit
van Gogh und schloss sich Paul Cézanne und anderen Künstlern an. Er
ist wie Cézanne und van Gogh ein Überwinder des Impressionismus und
wie diese für die Entwicklung der modernen Kunst von höchster
Bedeutung.
Angewidert vom moralischen Bankrott
Frankreichs, ging der Maler und Holzschneider Gaugin 1894 nach
Tahiti, natürlich nicht ohne einen Vorrat an Absinth mitzunehmen.
Dort entstanden einige seiner besten und berühmtesten Werke. Sein
Tagbuch „Noa Noa“ bietet einen tiefen Einblick in das Leben dieses
Künstlers auf der tropischen Insel. 1896 kehrte er kurz nach
Frankreich zurückte und versuchte, sein Tagebuch zu verkaufen. Als
ihm dies nicht gelang, reiste er auf die Marquesas-Inseln in die
Südsee zurück, wo er seine letzen Jahre mittellos und einsam, von
Geschwüren und Syphilis gekennzeichnet, aber dennoch glücklich
verbrachte. In einem 1897 datierten Brief an einen Freund schrieb
Gaugin: „Ich sitze vor meiner Tür, rauche eine Zigarette und
schlürfe meinen Absinth, ich genieße jeden Tag und bin ohne Sorgen.“
Paul Gaugin starb am 8. Mai 1903 in der Südsee.
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