Startseite Absinthe Order Absinthe - die Muse der anderen Art
Absinthe Shop English Absinthe Shop English Deutscher Absinth Shop Absinth Shop Deutsch
 

5.3.7.      Oscar Wilde (1854 – 1900)

Als Sohn von Sir William Wilde, einem irischen Ohrenchirurgen, und Jane Francicsca Elgee, einer in Dublin bekannten Gelegenheitsliteratin, wurde Wilde am 16. September 1854 in Dublin geboren. Nach seiner Schulzeit schrieb er sich am Dubliner Trinity College ein, ging aber bald nach Oxford, wo er bereits als Student 1878 einen Literaturpreis für sein Gedicht „Ravenna“ gewann.

Schon auf der Universität, wie später in London, trat Wilde als einer der Wortführer der ästhetischen Bewegung ein. Der Bühnenschriftsteller und Dichter Oscar Wilde war ein großer Ästhet, der in einer Reihe von brillanten Schauspielen, Gedichten, Märchen und Essays die Schönheit um der Schönheit willen anbetete und der für seinen Esprit und seinen skandalösen Lebensstil bekannt war. In seinem einzigen Roman, „Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1891 wird ein junger Mann durch Genusssucht und moralische Indifferenz verdorben. Mit dem Theaterstück „Lady Windermeres Fächer“ von 1892 setzte er sich neben seiner Ästhetenrolle auch als Dichter von Rang durch.

Für viktorianische Empfindungen wurde Wildes Lebensstil bald zu viel, aufgrund einer homosexuellen Affäre mit Lord Alfred Douglas wurde er 1895 nach einem kurzem Skandalprozess zu zwei Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt. Die beiden großen Gedichte „Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading“ und „De Profundis“ sind von seinen dortigen Erfahrungen inspiriert.

Oscar Wildes  Stücke wurden von den Bühnen verbannt, seine Bücher nicht mehr verlegt. Der Hass, mit dem die Gesellschaft Wilde verfolgte, offenbarte die doppelbödige Moral der viktorianischen Gesellschaft. Nach seiner Entlassung siedelte Wilde nach Frankreich um, abgestumpft vom Gefängnisaufenthalt und durch die Ablehnung einer Gesellschaft, die seinem erstaunlichen Talent und seiner Persönlichkeit zuvor Beifall geklatscht hatte. In Paris schloss er sich den dortigen Künstlern an und begann eine Freundschaft mit Alfred Jarry. Er lernte bald die inspirierende Wirkung des Absinths kennen, verglich ihn mit dem Sonnenaufgang „Ein Glas Absinth ist so poetisch wie alles in der Welt. Was ist der Unterschied zwischen einem Glas Absinth und einem Sonnenuntergang?" und sah ihn aber auch als etwas Gegebenes an „Es ist eine Forderung der Zeit, man muss sich vergiften, und zwar am besten mit Absinth.“  Trotz dem leichteren Pariser Leben, verglichen mit dem in England, kann Oscar Wilde auch in Paris nie ganz Fuß fassen. Zwar wird er hier sehr geschätzt, doch ist seine literarische Tätigkeit in seinen letzten drei Lebensjahren eher der Aufarbeitung seiner Gefängnisjahre und dem Absinth gewidmet. So beschreibt er drei Phasen des Absinthtrinkens: „Das erste Stadium ist wie normales Trinken, im zweiten fängt man an, ungeheuerliche, grausame Dinge zu sehen, aber wenn man es schafft, nicht aufzugeben, kommt man in das dritte Stadium, in dem man Dinge sieht, die man sehen möchte, wundervolle, sonderbare Dinge“. Oscar Wilde starb am 30. November 1900 in Paris, der Überlieferung nach waren seine letzten Worte: „Entweder geht diese Tapete, oder ich“.

 

 

zurück

weiter

Inhaltsverzeichnis

© Catharina Krebs & Absinthe-order.com 2004 - auch auszugsweise ist ein Weiterverwenden nicht gestattet