|
6.2.
Musée de l’Absinthe
Im Juni 1994 wurde das Absinthmuseum
in Auvers-sur-Oise, einem für seine Maler und vor allem für Vincent
van Gogh berühmtes Dorf, eröffnet. Auvers-sur-Oise gilt als einer
der wichtigsten Orte der französischen Malerei und als Mekka des
Impressionismus.
Das Musée de l’Absinthe versucht mit
Ölbildern und Plakaten zu erklären wie Absinth zur „Muse der
Künstler“ wurde und setzt mit einer Installation von Tien
Heestermans die traditionelle inspirative Verbindung von Absinth und
Kunst fort. Im Obergeschoss finden sich zahlreiche von Absinth
inspirierte Kunstgegenstände. Ebenfalls im Obergeschoss befindet
sich die Nachbildung einer originalen Café-Bar, in der heute nach
der neuen Gesetzeslage auch wieder Absinth serviert werden kann. Des
Weiteren gibt es zahlreiche zeitgenössische Reklameschilder die, wie
alle anderen Gegenstände, von der Direktorin Marie-Claude Delahaye
in über 20 Jahren zusammengetragen wurden. Im April 2000 wurde
Marie-Claude Delayahes Absinth-Museum offiziell von der
französischen Regierung anerkannt.
Im Museum ist man gut dran, wenn man
Französisch spricht, da nirgendwo Übersetzungen in Englisch oder
anderen Sprachen zu finden sind. Nahe des Eingangs finden sich alte
Absinthflaschen und Gläser, die viele verschiedene Kräuter des
Absinths beinhalten, darunter verschiedene Pflanzen der Familie der
Artemisias, und natürlich auch Wermut, der sogar im Garten des
Museums angebaut wird. Die Absinthbar hat eine bemerkenswerte
Kollektion von Fontänen, Karaffen, Absinthlöffeln. An den Wänden
finden sich zahlreiche Drucke von originalen Absinthgemälden,
Comicabbildungen von Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert die den
Absinth rühmen oder vor seinem vermeintlich schlechten Einfluss
warnen.
Beeindruckend ist die Sammlung von
Absinthlöffeln von unterschiedlichstem Design, Aussehen, Form und
Material. Der Absinthlöffel, den Henri de Toulouse-Lautrec immer bei
sich trug und den er auch im Moulin Rouge benutzte, ist heute im
Absinthmuseum ausgestellt.
Dieses Kleinod ist essentiell für das
Absinthritual und so wichtig dass Marie-Claude Delahaye ihr zweites
Buch „L’Absinthe – Les Cuillères“ diesem Thema gewidmet hat. Es gibt
aber auch viele Gegenstände, die im Museum zwar vorhanden sind, aber
aufgrund von Platzmangel nicht ausgestellt werden können.
Neben den Ausstellungsräumen
beinhaltet das Museum noch eine umfassende Bibliothek, ein Archiv,
einen Konferenzraum und ein Atelier für Kinder.
Vincent van Gogh
In Auvers-sur-Oise befinden sich unter
anderem das Grab von Vincent van Gogh und seinem Bruder Theo. Das
Museum befindet sich nach der Auberge Ravoux in der van Gogh lebte.
Vincent van Gogh nahm sich in Auvers-sur-Oise, angeblich im
Absinthrausch, das Leben. Der kleine Ort Auvers ist der Ort wo sich
Vincent van Gogh zuletzt endgültig niederließ.
Marie-Claude Delahaye
Marie-Claude Delahaye ist Dozentin für
Zellularbiologie und Molekularbiologin an der Université de Pierre
et Marie Curie in Paris. Ihren ersten Absinthlöffel fand sie 1981
und stand von nun an im Bann der "Grünen Fee". Sie verbrachte ganze
Tage in Bibliotheken bei der Erforschung des Absinths und wurde
schließlich zu einer Absinth-Historikerin. 1983 erschien ihr erstes
Buch mit dem Titel „L’Absinthe – Son Histoire“ gefolgt von vielen
weiteren, die die Bedeutung des Absinths für die Gesellschaft des
19. Jahrhunderts und mehr noch den Einfluss des Absinths auf die
Kunst nach und nach aufdecken. Gleichzeitig erwarb Marie-Claude
Delahaye in Antiquitätenläden und auf Flohmärkten
Absinth-Devotionalien, Radierungen, Zeichnungen und Gemälde und
baute dadurch eine eindrucksvolle Sammlung auf. Nachdem sie mehrere
Ausstellungen veranstaltet hatte, eröffnete Marie-Claude Delahaye im
Juni 1994 das Absinth-Museum.
Die Gründerin des kleinen
Absinth-Museums sieht den neuen modischen Trend den Absinth
heutzutage hervorruft jedoch gar nicht gern. Ihrer Meinung nach
gehörte der Absinth in die Belle Epoque und verliert als ein Getränk
unter vielen seinen ganzen Zauber. Es ist aber schon bemerkenswert,
dass der Absinth nach der Geschichte, die er in diesem Land gehabt
hat, überhaupt wieder aufkommen kann.
Absinth aus Auvers - La Fée
Absinthe
La Fée Absinthe entstand dadurch, dass
die vier Direktoren von Green Bohemia, George Rowley, John Moore,
Gavin Pretor-Pinney und Tom Hodgkinson, der Meinung waren dass ein
hochwertiger authentischer französischer Absinth auf den Markt
kommen müsse. Green Bohemia ist verantwortlich für das
Absinth-Revival, welches sie mit der vom breiten Publikum
unerwarteten Markteinführung von Hill's Absinth aus Tschechien im
November 1998 gestartet hatten. Gemeinsam mit Marie-Claude Delahaye,
der weltweit als Nr. 1 anerkannten Absinth-Expertin begannen sie mit
der Suche nach dem ultimativen französischen. Mit Hilfe eines
französischen Pastis-Herstellers wurde der mühevolle
Entwicklungsprozess gestartet. Madame Delahaye und der Hersteller
waren begeistert von der Idee, einem Produkt zu neuem Leben zu
verhelfen, welches immerhin einst das französische Nationalgetränk
gewesen war.
Madame Delahaye testete und
perfektionierte zahlreiche Proben aus der Brennerei und fand ein
ausgewogenes Verhältnis von Wermut, Anis, Zitronenmelisse, Ysop und
über ein Dutzend weitere mazerierte aromatische Kräutern. Der
fertige Absinth kam dann im März 2000 auf den Markt. Der Geschmack
dieses 68%igem Absinths ist voll und kräftig und genauso ist der
Thujongehalt beachtlich, liegt jedoch gerade noch im gesetzlichen
Rahmen.
Ein Name für diesen Absinth war
schnell gefunden, anlehnend an den, um die Jahrhundertwende
wohlbekannten Spitznamen „Grüne Fee“ für Absinth nannte man ihn „La
Fée Absinth“. Damit sollte sowohl die reiche Tradition des Absinths
geehrt und gleichzeitig eine moderne Marke für den neuen Absinth
kreiert werden. Für das Logo dachte man sich ein Auge aus, da es die
leicht mystische Qualität hat die man mit Absinth verbindet. Und
wenn man genau hinsieht, erkennt man dort wo das Auge das Licht
reflektiert die unverkennbare Silhouette einer Fee. Das Etikett der
Flasche ist mit einer Unterschrift von Marie-Claude Delahaye
versehen, ein unverkennbares Merkmal für einen authentischen
französischen Absinth. Dieser Absinth hat das Aroma und den
Geschmack, der die großen Schriftsteller und Künstler des Fin de
Siècle so begeisterte. Die Direktorin empfiehlt La Fée Absinth in
Verbindung mit dem Französischem Trinkritual und eiskaltem Wasser zu
trinken.
Absinth-Bus
Wie jeder Absinthfreund weiß, soll man
niemals alkoholisiert fahren; besser ist es, den Bus zu nehmen. Die
Mitarbeiter von eAbsinthe.com haben sich dies zu Herzen genommen,
nicht zuletzt deswegen, weil sie auch ein Transportmittel brauchten,
um zu allen Festivals zu kommen, wo Absinth benötigt wird und den
Bus als fahrenden Absinth-Ausschank benutzen können. Deswegen haben
sie einen Bus erworben, absinth-grün lackiert und machen
gleichzeitig Werbung für La Fée Absinthe. Bei dem Bus handelt es
sich um einen Routemaster-Doppeldecker aus den 60ern mit 28
Sitzplätzen im Unterdeck und offener Ein- und Ausstiegsplattform.
Das Oberdeck ist hingegen wie ein komfortabler Salon mit
Chromhockern, Soundsystem und natürlich einer Absinth-Bar
eingerichtet. Der Bus wurde schon bei zahlreichen Festivals, bei
Gastronomiemessen wie der „bar“ und natürlich beim Fête d’Absinthe
in Boveresse vorgeführt.
|