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5.3.   Literaten

5.3.1.      Charles Baudelaire (1821 – 1867)

Charles Baudelaire wurde am 9. April 1821 in Paris geboren und gilt als bedeutender Wegbereiter des Symbolismus. Er verbrachte eine unglückliche Kindheit und Jugend, die ebenso prägend für seine literarische Laufbahn war wie die Beziehung zur dunkelhäutigen Jeanne Duval, von der Details in die frühe Novelle La Fanfarlo  aus dem Jahre 1847 eingeflossen sind. 1842 machte eine Erbschaft Baudelaire finanziell unabhängig. Von nun an führte er das ausschweifend-exzentrische Leben eines Dandys, das darauf abzielte, seine bürgerliche Umwelt zu schockieren, indem er sich zum Beispiel die Haare grün färbte, da er gerne Absinth trank. Die riesigen, von ihm ausgegebenen, Summen allerdings überstiegen Baudelaires Möglichkeiten, so dass er sich verschuldete und später versuchen musste, seinen Lebensunterhalt durch journalistische Arbeiten zu bestreiten.

1846 erschienen die kunsttheoretisch bedeutenden Abhandlungen Les Salons, mit denen Baudelaire das Augenmerk auf zeitgenössische Künstler wie Honoré Daumier, Édouard Manet und vor allem Eugène Delacroix auf sich lenkte. Bekannt wurde er durch seine Übersetzung der Werke Edgar Allan Poes, denen er ebenso wie den Schriften E. T. A. Hoffmanns wichtige Anregungen verdankte.

 Zusammen mit Ernest Dowson, Stéphane Mallarmé und Paul Verlaine gehörte er zur Dichtergrupe der „Dekadenten“. Charles Baudelaire war auch gemeinsam mit Honoré de Balzac, Victor Hugo und Gerald de Nerval Mitglied des von Teophile Gautiers gegründeten „Le Club des Haschischins“, da die Studien des französischen Psychiaters Moreaude Tours über Cannabis im 19. Jahrhundert nicht nur in medizinischen Kreisen auf Interesse stieß, sondern auch bei zahlreichen Künstlern und Schriftstellern Neugier erregten. Aber nicht nur das Cannabis erweckte sein Interesse, wie eingangs erwähnt, verfiel auch er dem Zauber der Grünen Fee und stellte fest, dass Absinth auch gut gegen Schreibhemmung schien: "Die toten Wörter stehen auf und sind aus Stein und Bein". 1857 erschien Baudelaires epochales Hauptwerk, der Gedichtzyklus „Les Fleurs du mal“ der heute weltweit als Meisterwerk anerkannt ist. Unmittelbar nach der Veröffentlichung wurde Baudelaire wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt, wegen Obszönität und Blasphemie verfolgt, woraufhin er nicht nur eine Geldstrafe zahlen, sondern auch sechs als besonders unmoralisch eingestufte Gedichte zurückziehen musste, darunter auch „Enivrez-vous“ aus dem seine und auch die allgemeine Leidenschaft zum Absinth mit folgendem Satz ausgedrückt wird: „Man soll sich immer und unablässig betrinken, um die Bürde der Zeit, die einen zu Boden schmettert, nicht zu fühlen“. Die französische Originalversion des Gedichtes folgt weiter unten. Aber Charles Baudelaire war nicht nur einer der innigsten Anhänger des Absinths, er zog es vor die Wirkung mit Opium noch zu verstärken. Er schrieb einst „Die Grüne Fee ist der Zaubertrank, der dem Leben seine feierliche Färbung gebe und seine dunklen Tiefen aufhelle.“

Mit dem Prosaband „Les Paradis artificiels“ von 1860 distanzierte sich Baudelaire von seinen Versuchen einer Bewusstseinserweiterung mittels Drogen und stellte dieser Mode der Pariser Bohème die Schöpferkraft des Dichters entgegen: Nur so könne jener „Unendlichkeitssinn“ geweckt werden, der beim Genuss von Halluzinogenen zur Willenlosigkeit entarte.

Zwischen 1864 und 1866 lebte Baudelaire in Belgien, wo er infolge Syphilis und Opiummissbrauch, gesundheitlich schon schwer angeschlagen, eine Paralyse erlitt. Er starb einsam und verarmt am 31. August 1867 in Paris, lediglich 60 Trauergäste waren bei seiner Beerdigung anwesend, unter ihnen sein bester Freund Manet. Die meisten hatten wegen seines immensen Drogen- und Absinthkonsums angenommen, er sei schon früher verstorben.1869 kamen posthum die Prosagedichte Le Spleen de Paris heraus.

 

 

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