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5.3.6.      Emile Zola (1840 – 1902)

Emile Zola wird am 2. April 1840 als Sohn des italienischen Ingenieurs Francesco Zola und dessen französischer Frau Émilie in Paris geboren. Er wächst in Aix-en-Provence auf wo er sich mit dem späteren impressionistischen Maler Paul Cézanne anfreundet. Von 1859 bis 1861 lebt er zunächst arbeitslos in Paris und die in dieser Zeit gesammelten Erfahrungen vom Leben der Armen sind ihm später in seiner schriftstellerischen Arbeit unentbehrlich. 1862 wird er schließlich Angestellter in einem Pariser Verlagshaus und 1864 erscheint sein erstes Werk „Erzählungen an Ninon“. Nach der Veröffentlichung der biographischen Novelle „Die Beichte eines Knaben“ 1866 lebt Zola als freier Schriftsteller und Journalist in Paris. Der 1868 erschienene Roman „Thérèse Raquin“ weist schon auf seinen späteren künstlerischen Stil des Naturalismus hin.  1870 heiratet er Gabrielle Meley und beginnt mit der Arbeit am 20bändigen Romanzyklus „Die Familie Rougon-Macquart. Natur- und Sozialgeschichte einer Familie aus dem zweiten Kaiserreich“, der, gestützt auf darwinistische und deterministische Vererbungs- und Milieulehren, die Aspekte der französischen Gesellschaft darstellt und die Verfallsgeschichte einer Familie schildert. Neben seinem Romanschaffen entwirft er in seinen journalistischen Arbeiten die Theorie des Naturalismus und beeinflusst damit die Kunst in Frankreich, Deutschland, Russland und Skandinavien, womit er zum Wegbereiter der modernen Strömungen des 20. Jahrhunderts wird.

1877 gelingt Emile Zola mit dem Band „Der Totschläger“ (L’Assomoir) der Durchbruch zum Erfolg, von den Einnahmen des Bestsellers erwirbt er ein Landhaus in Médan/Seine, das zum Treffpunkt zeitgenössischer Schriftsteller wird. Als weiterer Roman aus dem Zyklus erscheint 1880 „Nana“, die Geschichte einer Edelprostituierten, welcher zum Teil auch für den Ruf des Absinths als Aphrodisiakum verantwortlich ist. Wie viele andere Künstler seiner Zeit war auch Emile Zola dem Absinth ergeben. Sein Buch „L’Assomoir“ behandelt auch weitgehend den Alkoholismus und enthält einige Kapitel über Absinth. Seine Werke werden kontrovers diskutiert und teilweise als Pornographie diffamiert, er aber hält die Auseinandersetzungen um seine Person für die beste Werbung für sein literarisches Werk. Sein theoretisches Konzept legt er in dem Essay „Der Experimentalroman“ nieder und fordert damit dass Kunst wirklichkeitsgetreu sein müsse. Literatur solle in die von der Wissenschaft noch unerforschten Gebiete der Menschenwelt eindringen, um durch das Aufdecken ihrer Krankheitssymptome zur Erhaltung und Gesundung der Menschheit beizutragen.

Der 1885 veröffentlichte Band „Germinal“, in dem Zola das Bergarbeitermilieu beschreibt, erreicht Rekordauflagen. 1888 beginnt er eine Liebesbeziehung mit der 20jährigen Wäscherin Jeanne Rozerot, mit der er zwei Kinder hat. 1894 bis 1898 veröffentlicht er den dreibändigen Zyklus „Die drei Städte“.

In einem frühen Stadium des Prozesses um Alfred Dreyfus im Jänner 1898 ergreift Zola Partei für den jüdischen Offizier, der zu Unrecht wegen Spionage verurteilt wurde. In seinem offenen Brief „J'accuse“(„Ich klage an“) an den Präsidenten der Republik deckt er die Machenschaften auf, die den Prozess begleitet haben. Emile Zola wird wegen Beleidigung der Armee zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, entzieht sich der Verhaftung aber durch seine Flucht nach England, wo er an dem Zyklus „Die vier Evangelien“ arbeitet. Mit der Wiederaufnahme des Prozesses 1899 gegen Dreyfus kehrt Zola nach Paris zurück, Dreyfus wird 1906 rehabilitiert woran Zolas offener Brief entscheidenden Anteil hatte. Emile Zola stirbt am 29. September 1902 in Paris an einer Kohlenmonoxidvergiftung wegen eines nicht funktionierenden Kaminabzugs. Sein Leichnam wird 1908 im Panthéon, der nationalen Gedenkstätte für bedeutende Franzosen, beigesetzt.

 

 

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