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5.2.4.      Edouard Manet (1832 – 1883)

Edouard Manet wurde am 23. Januar 1832 als Sohn eines Angestellten des Justizministeriums in Paris geboren. Nach dem Wunsch des Vaters sollte Edouard Manet Jura studieren, doch zu diesem Ausbildungsgang weigerte er sich. In den Jahren von 1850 bis 1856 ließ sich Manet von Thomas Couture in dessen Atelier im Malen unterweisen. Darüber hinaus studierte er im Louvre Werke von Tizian, Giorgione, Tintoretto, Diego Rodriguez de Silva y Velázquez und Eugène Ferdinand Victor Delacroix und kopierte sie. Er machte Reisen nach Italien, Holland, Deutschland und Österreich zu Studienzwecken. Mit dem Bild „Gitarrenspiel“ (1860) erreichte er im Jahr 1861 eine Auszeichnung. Stets kämpfte Manet um seine Anerkennung als Künstler, doch schon bald lehnten ihn sowohl das Publikum als auch die Kunstkritiker ab. 

Das Bild mit dem Titel „Der Absinthtrinker“ verursachte bei der Salon-Ausstellung von 1859 einen Skandal, weil das Auswahlkomitee sich weigerte, das Bild aufzuhängen. In Anbetracht der von Absinth eingenommenen Café-Gesellschaft, fühlte sich das Establishment von diesem Porträt eines betrunken einherstolzierenden Dandys (ein Freund Manets) beleidigt. Man war daran gewöhnt, Betrunkene als bemitleidenswerte, heruntergekommene Wracks dargestellt zu sehen. Die Vitalität und der Stolz dieses Mannes waren dagegen für viele angsteinflößend. Das Komitee griff das Gemälde wegen seines „vulgären Realismus“ an. Dabei handelte es sich nicht um vereinzelte Kritik. Manet wurde ebenso wie Edgar Degas wegen der schonungslosen Darstellung von „Absintheurs“ mit Salonverbot bestraft.

Im Jahr 1863 entstand das Gemälde „Das Frühstück im Grünen“. Seine Ausstellung lehnte der Pariser Salon ab. Bei seiner Veröffentlichung im Salon des Réfuses löste es einen Skandal aus. Zwei Jahre später geschah das Gleiche mit dem Bild „Olympia“ (1863), das im gleichen Salon der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Im Jahr 1865 unternahm Edouard Manet eine Reise nach Madrid. Dort kam er intensiv mit den Werken von Meistermalern aus dem 17. Jahrhundert wie zum Beispiel Francisco de Zurbarán, Bartolomé Esteban Murillo oder Diego Rodriguez de Silva y Velázquez in Berührung. Besondere Eindrücke hinterließen dabei die Arbeiten des spanischen Malers, Radierers und Lithographen Francisco José de Goya y Lucientes. Manet verarbeitete sie beispielsweise in den Werken „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ (1867) und „Der Balkon“ (1868/69).

Danach wechselten seine Sujets. Der Künstler malte oft Szenen aus dem zeitgenössischen Paris. Trotz der allgemeinen Ablehnung seiner Gemälde, war er gerade bei jungen Künstlern angesehen und wurde von ihnen als Märtyrer hoch gelobt. Er hatte in dieser Zeit regelmäßigen Kontakt mit den Impressionisten wie Claude Monet, Camille Pissarro, Alfred Sisley, Paul Cézanne, Pierre Auguste Renoir oder Berthe Morisot. Manets Werke dienten ihnen als Vorbild. Unterstützung gegen die zeitgenössische Kritik fand der Künstler in den Schriftstellern Stéphane Mallarmé, Charles Baudelaire und Emile Zola, mit denen er auch befreundet war.

Anfang der 1890er erkrankte Manet, eine schon früher ausgebrochene Lähmung machte sich bemerkbar. Daraufhin konnte er sich ab dem Jahr 1881 nur der Pasteltechnik widmen, da ihm der Umgang damit nicht so schwer fiel. In dieser Zeit entstanden Portraits mit großer Zartheit wie zum Beispiel „Blonde Frau mit entblößten Brüsten“ (um 1878) oder „Die Wienerin“ (1880). Auch das Gemälde „Bar in den Folie-Bergères“ entstand in den Jahren 1881 und 1882, das zu den bedeutendsten aus dieser Phase gehört.

In seinem Alterswerk lässt sich zunehmends die Tendenz des Impressionismus feststellen. Dennoch beteiligte sich Manets nie an deren Ausstellungen. Im Jahr 1881 wurde ihm der Orden der Ehrenlegion überreicht. Edouard Manet starb am 30. April 1883 an den Folgen einer Beinamputation. Im Jahr darauf fand eine Gedächtnisausstellung in der École des Beaux-Arts statt.

 

 

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