Startseite Absinthe Order Absinthe - die Muse der anderen Art
Absinthe Shop English Absinthe Shop English Deutscher Absinth Shop Absinth Shop Deutsch
 

2.4.   Inhaltsstoffe und deren Wirkung

2.4.1.      Die Pflanze der Artemisia

2.4.1.1.            Echter Wermut (Artemisia Absinthium)

                   2.4.1.1.1.                Merkmale

Wermut ist eine bitter schmeckende, aromatisch duftende Pflanze und gehört zur Familie der Asteraceae[1]; die Gattung der Wermutpflanzen umfasst um die 180 verschiedene Arten. Der Wermut ist eine ausdauernde Pflanze, deren 65 bis 100cm langer, hölzerner, aufrechter und kaum verzweigter jedoch verholzter Stengel wie auch die Blätter von einem weißlichen bis silbergrauen kurzen Flaum bedeckt sind, wodurch die ganze Pflanze gräulich erscheint. Auf der ganzen Pflanze finden sich punktförmige Öldrüsen. Die Blätter sind wechselständig, dicht stehend, beiderseits filzig behaart und graugrün. Die 25cm langen Grundblätter sind bis zur Mitte gestielt, länglich und 3fach fiederteilig. Die Stengelblätter sind nach oben zunehmend kleiner, weniger geteilt und sitzend. Die Pflanze besitzt zahlreiche Blütenköpfchen die kurzgestielt, in einer pyramidenförmigen Rispe angeordnet, kugelig und bis 4mm breit sind. An ihrer Basis besitzen sie graugrüne, kelchartige, filzige Hüllblätter. Die Blüten eines Köpfchens sind alle gleich gestaltet, röhrig, 5zipfelig, grüngelb gefärbt und sitzen auf einem rauhaarigen Köpfchenboden. Die Randblüten sind weiblich, die Scheibenblüten zwittrig. Der Fruchtknoten ist unterständig [2], zur Fruchtzeit zylindrisch und etwas über 1mm lang. Ein Strauch kann bis zu 10 Jahre alt werden, für die Absinthproduktion werden aber hauptsächlich ein- oder zweijährige Pflanzen verwendet.

Namen: Absinthkraut, Agenco, Ajenjo común, Alsa, Alsam, Ambrosia (altgriechisch), Apsinthos, Assenzio vero (Italienisch), Birmet, Bitterals, Common Wormwood (Englisch), Eberreis, Else, Gengribe verde (Spanisch: Grüner Ingwer), Grabekraut, Hierba Santa (Spanisch: heiliges Kraut) Hilligbitter, Magenkraut, Ölde, Rihian (Arabisch), Sage of the glaciers, Schweizertee, Wärmede, Wermot, Wermoda, Wermte, Wiegenkraut, Wor-mod (Altenglisch), Wormken, Wörmken, Wörmö, Wrämt, Wrämp, Wurmet, Wurmkraut.

2.4.1.1.2.                Standort und Verbreitung

Der wild wachsende Wermut wächst in den unbebauten und trockenen Gegenden der südlichen und gemäßigten Klimazonen, in den trockenen Gebieten Nordafrikas und Eurasiens, vom südlichen bis mittleren Europa bis Afghanistan und Kamtschatka und von Sibirien bis nach Irland und sogar in Nord- und Südamerika. Die oft als Halbstrauch wachsende, sonst dem Beifuß sehr ähnliche Pflanze gedeiht vornehmlich an trockenen, sonnenbeschienen Stellen, nur in Regionen mit geringen Niederschlägen und bis zu 2000m Höhe bevorzugt an trockenen steinigen Stellen, an Zäunen und Mauern. Der Wermut gilt als die anspruchsloseste aller Heilpflanzen. Seine Blütezeit ist im Juli und August, gesammelt werden vor allem Blüten und Blätter von Juli bis September. Aus dem Saft der Blätter gewinnt man die in Alkohol lösliche Substanz Thujon. Geerntet werden die 50 Zentimeter langen Triebe, die man an der Luft trocknet. Der Anbau erfolgt heute meist im großen Stil durch Aussaat, wildwachsende Formen werden nur noch gelegentlich in Osteuropa gesammelt. Nach der Aussaat im Frühjahr müssen die Pflanzen im Spätsommer ausgedünnt werden, die Ernte erfolgt meist erst im zweiten Sommer. Ein Wermutfeld das durchschnittlich sechs Jahre lang abgeerntet werden konnte erbrachte im zweiten Jahr 4500kg Blätter pro Hektar.

2.4.1.1.3.                Namensherkunft

Die Herkunft des wissenschaftlichen Namens Artemisia Absinthium (’αψίνθιον) aber auch die deutsche Bezeichnung Wermut ist bis heute noch nicht restlos geklärt. Die lateinische oder auch botanische Bezeichnung Artemisia absinthium kommt angeblich von der griechischen Göttin Artemis. Der Name Artemisia soll auf die große Göttin Artemis hindeuten, der diese Pflanzen geweiht waren, Artemisia hieß auch „Mutter der Kräuter”. Das griechische Wort „artemes“ was „frisch“ oder „gesund“ bedeutet könnte allerdings auch Namensgeber dieser Pflanze sein.

Noch zahlreicher sind die Versuche den Ursprung des Wortes Absinthion zu erforschen. Die Botaniker des 16. Jahrhunderts verbinden es entweder mit dem griechischen Wort „pinein“ (trinken) was dann soviel bedeuten würde wie das Untrinkbare. Für andere kommt wiederum das griechische Wort „pinthos“ (Freude) in Frage, Absinthion wäre dann gleichbedeutend mit „das Unerfreuliche“. Moderne Sprachwissenschaftler gehen aber heute davon aus dass Wörter mit der Silbe „nth“ eher aus der vorgriechischen Zeit stammen. Sie daher eher der Meinung, dass das altpersische Wort „absinth“ (weiß) diesem Namen zugrunde liegt, da die Wermutpflanze mit weißen Härchen bedeckt ist. Eine weitere Erklärung findet sich in den Briefen des griechischen Historikers Herodot (gest. 430 v. Chr.), der ein an den Ufern des Pontus lebendes Volk mit dem Namen Absinthier beschreibt. Da bei den griechischen Ärzten neben der Artemisia absinthium die Artemisia pontica, also aus genau dieser Gegend stammender Wermut, sehr beliebt war, ist wahrscheinlich die Artemisia absinthium die typische Pflanze der Absinthier oder sie erhielten diesen Namen wegen ihr.

Den Ursprung des deutschen Worts Wermut sieht man in einem westgermanischen Wort das in seiner frühesten Form im Althochdeutschen „wermuota“, im Altsächsichen „wermota“ und im Altenglischen „wormwood“ lautet. Den beiden Silben „wer“ und „od“ gibt man die Bedeutung „Wurm“ oder „Knöspchen“ und „Geruch“. Plinius der Ältere bezeichnet den Wermut als „vermifugium“ (Widerwillen der Würmer), was dadurch bestätigt wird, dass Wermut auch seit dem Altertum dazu verwendet wird um Ungeziefer zu vertreiben.


[1] Köpfchenblütler
[2] der Fruchtknoten steht unterhalb von Kelch- und Kronenansatz

 

 

zurück

weiter

Inhaltsverzeichnis

© Catharina Krebs & Absinthe-order.com 2004 - auch auszugsweise ist ein Weiterverwenden nicht gestattet