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2.3.3.
Destillerie Yves Kübler
Im Familienbetrieb Kübler in Môtiers
wird schon seit 1863 Absinth hergestellt. Durch das Absinthverbot
unterbrochen, wurde die Herstellung wieder im Jahr 2001 von Yves
Kübler, dem Urgroßsohn des Gründers, erneut aufgenommen. Die
Destillerie ist die letzte von ehemals 20 Großdestillerien im
Val-de-Travers. Die Destillerie wurde inzwischen in Blackmint
Destillerie umgetauft, ist aber immer noch im Familienbesitz.
Während des Verbotes wurde hier auch ein sehr beliebter Anisée
hergestellt; „La Rincette“ das eigentlich wie Pernods Pastis nur als
Absinthersatz gedacht war.
Da das 1998 verabschiedete
einheitlichen Spirituosengesetzes der EU für die Schweiz als
Nicht-EU-Land nicht galt, strich man einen Teil des Absinthgesetzes
von 1910 aus der Bundesverfassung. Dies betraf aber leider nicht die
Herstellung von Absinth, die damit noch immer verboten war, und ein
Schweizer Schnapsbrenner daher um eine staatliche Erlaubnis ansuchen
musste, Absinth wieder herzustellen. Nachdem der Kantonschemiker die
Proben des Kübler Absinths als gesetzeskonform - also mit Werten
innerhalb der Toleranz gemäss Lebensmittelverordnung - bestätigt
hatte, erteilte die EAV [1] die Brennbewilligung für das genannte
Destillat.
Über eine landesweite Aufhebung gab es
im Schweizer Parlament seit 1998 viele Diskussionen, letztendlich
wurde eine Umsetzung aber Anfang 2003 realisiert.
Am 10. Oktober 2001 erhielt Yves
Kübler, Eigentümer der Blackmint Destillerie in Môtiers die
staatliche und kantonische Erlaubnis wieder einen echten Absinth mit
45%vol und 0,1g Thujon pro Liter zu produzieren. Seit 6. Dezember
2001 wird dieser legale Absinth, der nach dem traditionellen Rezept
des Großvaters hergestellt wird, auch wieder verkauft. Zur
Einhaltung des Lebensmittelgesetzes musste
das Rezept aber an
einer entscheidenden Stelle abgeändert werden. Statt Anis und Wermut
im Verhältnis 1:1 zu mischen, werden heute für einen Liter Absinth
nur noch 45g Wermut verwendet.
Das hier hergestellte „Extrait
d’Absinthe“ ist ein reines Naturprodukt und frei von künstlichen
Zusätzen. Er wird exklusiv in der Schweiz nach Originalrezepten
hergestellt und ist einer der wenigen Schweizer Originalabsinthes am
Markt. Dieser Absinth ist in der Schweiz bereits seit vielen Jahren
bei einigen Leuten ein Begriff, allerdings unter dem
„Schwarzbrandetikett“ und unter nicht ganz legalem Erwerb.
[1] Eidgenössische Alkoholverwaltung
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