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2.3.2.
Destillerie Pierre Guy
Die Destillerie Pierre Guy wurde 1890 von Armand Guy in Pontarlier
gegründet und ist heute eine der letzten handwerklichen Destillerien
aus der Region Doubs im ostfranzösischen Jura.
Die Destillen in denen heute seit langem wieder Absinth hergestellt
wird stammen alle noch aus dem 19. Jahrhundert und funktionieren
nach der Bain-Marie Methode; sie werden also mit Dampf erhitzt. Aber
nicht nur die Herstellung erfolgt noch nach alten Methoden, auch die
Lagerung der fertigen Destillate findet in Holzfässern aus dem Fin
de Siècle statt. Diese Eichenfässer sind heute noch immer so gut
erhalten wie damals als, Absinth in ihnen gelagert wurde da sie
durch den Alkohol perfekt erhalten wurden. Außerdem werden in der
Destillerie auch heute noch handgemachte Holzflaschen gefertigt.
Nachdem 1915 das Absinthverbot auch in Frankreich verhängt wurde
verschwanden, viele Destillerien aus Pontarlier oder wurden
stillgelegt. 1921 wurde dann die Destillation von Anisées wieder
erlaubt, und der damalige Besitzer, François Guy, begann 1922 mit
der Produktion von „Pontarlier-Anis“. Dieses beliebte Getränk wird
auch heute noch in den 100 Jahre alten Alambics aus grünem Anis
destilliert. In der Destillerie Pierre Guy wird auch noch eine
andere Spezialität aus Pontarlier hergestellt, es handelt sich
hierbei um „Le Vrai Sapin“, ein aus Pinienkeimen und -knospen
hergestellter Aperitif. Die hier hergestellten Produkte sind alle
von natürlichen Pflanzen und werden nicht künstlich gefärbt.
Der Schnapsbrenner Pierre Guy war Ende 2001 nach der 85 Jahre
andauernden Verbotsphase der erste heimische Anbieter eines
französischen Absinths. Im April 2001 wurden in Pontarlier 55.000
Wermutpflanzen ausgepflanzt. Er wurde schon früher rund um
Pontarlier angebaut und bot damals zahlreichen Menschen ihre
Lebensgrundlage. Das blühende Kraut wurde dann Ende September
gesammelt, über den Oktober getrocknet und dann von Pierre Guy nach
Großvaters Art dreimal gebrannt. Das namentliche „Extrait de plantes
d’absinthe“, nach alter Tradition und mit einer etwas abgewandelten
Version des bis 1915 verwendeten Rezepts hergestellt, ist heute frei
von damals gefährlichen Verunreinigungen des Alkohols und hat
natürlich einen verminderten Thujongehalt. Die ersten 1.000 Liter
Absinth wurden ab 15. Dezember 2001 wieder auf dem heimischen Markt
angeboten. Der Absinth aus der Destillerie Pierre Guy ist so etwas
wie ein Relikt aus der Entstehungszeit des Absinths, was sich auch
in seinem Geschmack niederschlägt. Er ist von höchster Qualität,
schmeckt herb und frisch. Pierre Guy hat für seinen Absinth wieder
das alte Originaletikett verwendet, welches sehr von jenem von
Pernod inspiriert wurde. Der Absinth der Destillerie Pierre Guy
erhielt bei einer Blindverkostung anlässlich der Absinthiades 2002
den ersten Platz.
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