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2.
Das Getränk Absinth
2.1.
Definition
Absinth ist ein aromatischer,
hauptsächlich aus Ölen des Wermutkrauts hergestellter Likör, der
entweder durch Mazeration [1], Destillation oder Ölzusätze gewonnen
wird. Der Alkoholgehalt beträgt zwischen 45 und 75%vol. Der Begriff
Absinth kommt von der lateinischen Bezeichnung für Wermut: Artemisia
absinthium. Wermut ist eine bitter schmeckende aromatisch duftende
Pflanze aus der Familie der Korbblütler und wurde schon in der
Antike als Heilmittel sowie als Küchengewürz eingesetzt. Die
ätherischen Öle des Wermuts enthalten als Hauptbestandteil Thujon,
ein Neurotoxin, welches bei chronischem Genuss zu körperlichen und
psychischen Schäden führt. Absinth enthält des Weiteren Zusätze von
Sternanis, Fenchel und anderen Kräutern; diese sind vom jeweiligen
Land abhängig. Die Gemeinsamkeit dieser Kräuter ist der Umstand,
dass es sich bei Ihnen ausschließlich um Heilkräuter handelt.
Absinth wurde als erstes von der Destillerie Pernod & Fils ab 1798
industriell hergestellt.
Absinth kann man in drei Kategorien
unterteilen: Schweizer Absinthes, die nach einer speziellen Methode,
aber nicht unbedingt in der Schweiz hergestellt werden; Destillierte
Absinthes außerhalb der Schweiz mit drei Unterkategorien (Absinthe
Ordinaire, Absinthe Semi-Fine und Absinthe Fine, abhängig vom
Alkoholgehalt) und Absinthes aus Essenzen, also nicht destillierte
Absinthes aus Kräuterauszügen.
Der Absinth lässt sich darüber hinaus
in zwei Sorten einteilen, zum einen den klaren „Absinthe blanche“,
der bei der Zugabe von Wasser eine milchig-bläuliche Farbe erhält
und daher auch „La Bleue“ genannt wird. Durch eine Coloration des
klaren Absinths, welche dadurch entsteht, dass man
chlorophyllhaltige Pflanzen in den Absinth einlegt, erhält man den
grünlichen „Absinthe verte“, welcher eine grünlich-milchige Färbung
erhält, sobald er mit Wasser in Berührung kommt und deswegen „La Fee
Verte“ genannt wird.
Im 19. Jahrhundert war Absinth das,
was heute der Wodka in Russland ist, er war die Droge der Pariser
Bohème schlechthin und vor allem in Künstlerkreisen sehr beliebt, da
er als subversiv [2] galt.
Als der billige Industriealkohol den
Branntwein verdrängte, entwickelte sich Absinth zu einer Art
Volksdroge, bis er wegen verheerender Folgen wie Abhängigkeit und
Gesundheitsverfall zu Beginn des 20. Jahrhunderts in fast ganz
Europa nach und nach verboten wurde.
Erst die EU verhalf dem Absinth 1998
im Interesse der Harmonisierung der europäischen Gesetzgebung zu
einem vermeintlichen Comeback, allerdings wurde der Thujonanteil
gesetzlich festgelegt [3]. Es handelt sich deswegen um ein
vermeintliches Comeback, weil die Absinthes am heutigen Markt einen
überteuerten mit Lebensmittelfarbe gefärbten Modetrend darstellen
und meist überhaupt nichts mehr mit dem Originalabsinth zu tun
haben. Über eine Aufhebung des Absinthverbotes in der Schweiz, der
ursprünglichen Heimat des Absinths, seit 1998 ausführlich über die
Legalisierung von Absinth diskutiert, bis er schließlich 2003
vollständig zugelassen wurde, nicht zuletzt deswegen, weil man ein
Getränk, welches sich so großer Beliebtheit erfreut, nie ganz
verbieten konnte, und die Schwarzbrennerei in der Schweiz florierte.
Absinth verdient schon allein deswegen eine Sonderstellung, weil er
als einziges Getränk im Speziellen verboten wurde, und weil sich um
keine andere Spirituose derart viele Legenden bildeten.
[1] Auf die verschiedenen
Herstellungsverfahren wird im Kapitel „Absinthherstellung“ näher
eingegangen
[2] destruktiv, anarchistisch, rebellisch
[3] 5mg/kg bis 5 Vol %, 10mg/kg bei 25 Vol %, 35mg/kg in
Bitterspirituosen
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