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5.3.5.      Alfred Jarry (1873 – 1907)

Alfred Jarry wurde am 8. September 1873 in der französischen Kleinstadt Laval als Sohn eines Kaufmanns geboren. 1891 zieht er mit seiner Familie nach Paris. Nach Abbruch der Schule widmet sich Jarry ab 1893 ausschließlich der Schriftstellerei, anfangs mit symbolistischer Lyrik und Prosa. Drei Jahre später wird er Dramaturg am Théatre del’Œuvre in Paris, wo auch 1896 die Uraufführung seines Stückes „Ubu Roi“ stattfindet, die einen Theaterskandal zur Folge hat. In diesem auf Provokation angelegten (und bei aller Vielschichtigkeit als anarchische Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Ideologie wirkenden) Werk brach Jarry bewusst mit den Konventionen des traditionellen Theaters; Handlung, Dekorationen und Kostüme sind nicht auf Abbildhaftigkeit und Wahrscheinlichkeit hin konzipiert. Mit den Mitteln von Parodie und Farce, der Verbindung von Tragik und Komik, Sublimem und Groteskem, bewußter Alogik und schwarzem Humor, wird eine Zerstörung geltender Normen bewirkt, die sich auch in der derb-satirischen, auf Schockwirkungen zielenden Sprache spiegelt. Alfred Jarry verfasst in der Folgezeit seine bekanntesten Werke wie der erst 1911 posthum herausgegebene Roman „Gestes et opinions du docteur Faustroll, pataphysicien“ der vor allem durch eine Nichtübereinstimmung von Realität und Fiktion gekennzeichnet ist. Finanzielle Schwierigkeiten zwingen ihn ab 1900 dazu, kurzfristig bei verschiedenen Zeitschriften zu arbeiten. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide.

Der französische Bühnenschriftsteller gab zu, Absinth zu verwenden, um Traum und Realität, Kunst und Leben miteinander zu verschmelzen. Ein wenig exzentrisch, war er bekannt dafür, dass er Absinth pur trank. Seine Hingabe ging so weit, dass er sich sogar grün anmalte. Für Alfred Jarry war Absinth ein heiliges Wasser und er trank jeden Tag so reichlich, dass er die Grenze zwischen seinem wirklichen Leben und seinen Absinth-Träumen nicht mehr wahrnahm. So schrieb er: „Antialkoholiker sind Unglückliche in den Klauen des Wassers, dieses schrecklichen aggressiven Giftes, das von allen Substanzen zum Waschen und Putzen auserwählt wurde; gibt man einen Tropfen Wasser in eine klare Flüssigkeit wie Absinth, wird dieser trüb“.

Der Dichter und Bühnenschriftsteller Alfred Jarry starb am 1. November 1907 in Paris an einer Gehirnhautentzündung. Von Jarry gingen entscheidende Impulse für die Literatur des Dadaismus und Surrealismus aus; zugleich war er ein Vorläufer des absurden Theaters.

 

 

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