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4.2.
Absinthe
Zubehör
Absinthlöffel und
Absinthgläser sind sehr schwer zu datieren, jedoch lässt sich mit
Sicherheit sagen, dass die meisten aus der Blütezeit des Absinth
zwischen 1850 und seinem Verbot in den zwanziger Jahren des 20.
Jahrhunderts stammen. Das traditionelle Absinthgeschirr besteht aus
einem Glas, einer Untertasse und einem Schlitzlöffel, mit dem ein
Zuckerwürfel über das Glas gehalten wurde, über den man langsam das
Wasser träufelte. Das Absinthritual entstand, weil Absinth nicht
gesüßt und leicht bitter war (ohne dabei jedoch einen unangenehmen
Geschmack zu haben) und viele Kunden an süßere Getränke gewöhnt
waren. Aufgrund des hohen Alkoholgehaltes (meist 65 bis 75%) löste
sich der Zucker jedoch nur schwer auf, wenn er direkt in den Absinth
gegeben wurde. Damit war die einzige Möglichkeit, das Getränk zu
süßen, den Zucker über das Glas zu halten und ihn langsam im Wasser
aufzulösen. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche verschiedene
Löffeltypen aus verschiedenen Metallen und in verschiedenen
Qualitäten hergestellt. Wie auch bei heutigen Barutensilien
spiegelte die Qualität der Löffel die Qualität des Etablissements
wieder, in dem die Getränke serviert wurden. Viele Kunden hatten
auch ihre eigenen Löffel, die häufig aus massivem Silber gefertigt
und mit dem Monogramm des Besitzers versehen waren.
Gläser
Ursprünglich wurde der Absinth in
gewöhnlichen Bistrogläsern serviert, die auch für Wein oder Bier
verwendet wurden. Erst später waren spezielle Formen erhältlich und
der Verweis auf „Verre Absinthe“ wurde in den Glaskatalogen am Ende
des 19. Jahrhunderts in Frankreich üblich. Alle Absinthgläser hatten
meist eines gemeinsam, nämlich einen Füllstrich, um ca. 25 ml
Absinth zu messen und Raum für bis zur 5fachen Menge Wasser, um das
Getränk zu verdünnen.
Eier- und Wirbelgläser
Dabei handelt es sich um die am
häufigsten verwendeten Gläser. Das einfache Eierglas war das gängige
Bistroglas der damaligen Zeit, zwischen 12 und 18 cm hoch und mit
einem kurzen Stiel. Das Wirbelglas war eine Variation dieses Glases,
bei dem im unteren Teil des Gefäßes ein Wirbel eingraviert oder
geformt war, welcher der Absinthportion entsprach.
Pontarlier
Das Pontarlier ist eine Art
Reservoirglas, jedoch mit einer ausgeprägten Ausbuchtung für das
Reservoir. Es handelt sich hierbei, wie der Name schon sagt, um
einen Glastyp, der vor allem in der Region der Doubs gebräuchlich
war. Diese Gläser sind allerdings aufgrund des Arbeitsaufwands für
das Blasen des Reservoirs sehr selten und teuer.
Obstglas
Dieser Typ war im Osten von Frankreich
beliebt. Die Gläser waren Y-förmig und zwischen 15 und 20 cm hoch.
Bei manchen war der untere Teil geschliffen, bei anderen befand sich
ein eingravierter Füllstrich auf dem Glas.
Kordon Glas
Ein zunehmend seltenes Glas, bei dem
die Absinth Dosis mit einem erhabenen „Kordon“ im unteren Bereich
markiert war.
Mazagran
Ein schweres Glas mit geraden Wänden
und einem geschliffenen oder verzierten Fuß, meist ca. 15 cm hoch.
Untertassen
Die Untertasse war als Teil des
Rituals notwendig, da die Zielgenauigkeit der Trinker nach einigen
Gläsern abnahm und das Wasser nicht immer im Glas landete. Außerdem
wurde der Preis der Getränke meist auf die Untertasse geschrieben.
Löffelhalter
Löffelhalter gab es in fast allen Café
Bars, die Absinth anboten. Sie hielten die Löffelsammlung, aus der
sich die Kunden bei Bedarf selbst bedienten. Die meisten Exemplare
wurden aus schwerem Zinn hergestellt.
Absinth Wasserspender
In den meisten größeren Bars stand ein
Wasserspender auf der Theke, aus dem Wasser in die Gläser der Kunden
eingefüllt wurde. Die meisten Wasserspender waren mit vier, einige
seltene Modelle auch mit sechs Zapfhähnen ausgestattet.
Topettes
Es handelt sich hierbei um kleine
Glaskaraffen für verschiedene Absinthmengen, die durch die Anzahl
der Ringe auf dem Glas markiert wurden. Sie kamen in Gebrauch, weil
Kunden häufig die Flasche erhielten und sie an ihren Tisch mitnehmen
oder ihre eigenen Getränke an der Bar ausschenken durften. Dabei kam
es durchaus vor, dass sie den Absinth in ausgehöhlte Gehstöcke
einfüllten, wie bei Henri de Toulouse-Lautrec geschehen. Durch die
Verwendung der Topette wusste der Barkeeper genau, wie viel Absinth
entnommen wurde.
1.2.
Sazerac – eine weitere
Version zur Entstehung der Cocktails
Der Franzose
Antoine Peychaud experimentierte in New Orleans, damals auch eine
Absinth-Metropole, mit verschiedenen Mixgetränken und mixte seinen
ersten Cocktail aus Absinth, den er Sazerac nannte. Er servierte ihn
Freunden in Eierbechern, auf Französisch coquetiers. Da die
Amerikaner das Wort schwer aussprechen konnten, wurde bald aus
coquetier Cocktail. Es ist gut möglich, dass diese Geschichte
stimmt, weil Absinth verbunden mit dem Klassischen Ritual auch seine
Farbe wechselt.
Eine weitere
Version zur Entstehung des Wortes Cocktail ist die, weil sie so bunt
wie ein Hahnenschwanz sind (Cocktail = Hahnenschwanz). Das muss aber
nicht unbedingt stimmen, da dies nur eine freie Übersetzung des
Wortes ist und solche Folgerungen meistens nicht zutreffen, da die
Bedeutungen und die Herkunft eines Wortes sprachwissenschaftlich
meistens tiefer liegen und viel weiter zurückgehen als die freie
Übersetzung und die damit verbundenen Assoziation eines Wortes.
Allerdings ist die Version mit den Eierbechern auch anzuzweifeln.
Sazerac:
6 cl Whisky, 2 cl Absinth, 1 Teelöffel
Zucker, 3 Tropfen Angostura
Den Absinth in ein
vorgekühltes Glas geben. Das Glas so schwenken, dass der Absinth die
gesamte Innenseite benetzt. Whisky, Zucker und Angostura mit Eis in
den Shaker geben, gut schütteln und durch den Strainer ins
Absinthglas gießen.
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